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Solaranlage entlüften

  • Warum Solarthermie entlüften? Luftblasen im Solarkreislauf blockieren den Wärmetransport und führen zu einer verminderten Leistung der gesamten Solarthermieanlage. Durch das regelmäßige Entlüften wird sichergestellt, dass die Solarenergie effizient vom Kollektor zum Speicher gelangt und kostspielige Kavitationsschäden an der Solarpumpe sowie störende Fließgeräusche effektiv vermieden werden.
  • Wann ist Entlüftung nötig? Ein deutliches Anzeichen für Luft im System sind gluckernde Geräusche oder eine stark sinkende Temperaturdifferenz trotz intensiver Sonneneinstrahlung. Fachleute empfehlen die Entlüftung der Solarthermieanlage zudem nach jeder Wartung oder Reparatur, um die volle Funktionalität der Solarenergie-Übertragung und einen stabilen Betriebsdruck innerhalb des geschlossenen Rohrleitungssystems dauerhaft zu gewährleisten.
  • Wo befinden sich Entlüfter? Manuelle Entlüfter oder automatische Schnellentlüfter sitzen meist am höchsten Punkt der Solarthermieanlage direkt am Kollektorausgang oder in der Solarstation. Diese strategische Position ermöglicht es, aufsteigende Gase zuverlässig aus dem Kreislauf zu entfernen, damit die Wärmeträgerflüssigkeit die Solarenergie ungehindert und mit maximalem Wirkungsgrad durch das gesamte Gebäude transportieren kann.
  • Wie geht man vor? Die Entlüftung der Solarthermieanlage erfolgt im Idealfall bei ausgeschalteter Pumpe und abgekühlten Kollektoren, um Verbrühungsgefahren durch heißen Dampf zu verhindern. Durch vorsichtiges Öffnen des Ventils entweicht die Luft, bis die Solarflüssigkeit blasenfrei austritt, wodurch die optimale Aufnahme der Solarenergie und eine gleichmäßige Erwärmung des Speichers wiederhergestellt werden.
  • Hilft eine Spülpumpe? Bei hartnäckigen Lufteinschlüssen in der Solarthermieanlage ist das professionelle Spülen mit einer leistungsstarken externen Befüllstation oft die effektivste Lösung. Diese Methode presst Luftreste vollständig aus den Leitungen, optimiert den Fluss der Solarenergie und stellt sicher, dass das System auch nach einer Stagnation oder längeren Stillstandszeiten wieder absolut reibungslos arbeitet.

Warum sind Luftblasen so schädlich für die Solaranlage?

Das offensichtlichste Problem liegt darin, dass die Solarflüssigkeit weniger Wärme speichern kann, wenn sie von Luftblasen durchsetzt ist. Darunter leidet der Wärmetransport von den Kollektoren zum Pufferspeicher. Die Pumpe muss daher mit höherer Leistung arbeiten, was nicht nur zusätzliche Energie verbraucht, sondern auch zum Heißlaufen der Pumpe führen kann.

Ein weiteres Problem kann sich daraus ergeben, dass der Sauerstoff in den Luftblasen chemisch mit dem Frostschutzmittel der Solarflüssigkeit reagiert. Der Alterungsprozess der Solarflüssigkeit beschleunigt sich dadurch, weswegen sie früher ausgetauscht werden muss.

Man bekommt hier alles aus einer Hand – mit einem tollen Service für die PV-Anlage! Vielen Dank nochmal an das gesamte Team
von Karl K. aus Donauwörth

Auch die Schwerkraftbremse kann versagen

Die Schwerkraftbremse dient dazu, das nächtliche Auskühlen des Heizungsspeichers durch die Schwerkraftzirkulation zu verhindern. Diese tritt auf, weil nachts das Wasser in den Solarkollektoren kälter ist als das Wasser im Speicher. Das kältere Wasser ist schwerer und strebt daher nach unten, wobei warmes Wasser aus dem Speicher nach oben gedrückt wird. In den Kollektoren kühlt dieses Wasser dann ebenfalls ab.

Auf diese Weise entsteht ungewollt eine merkwürdige „Anti-Solarthermieanlage“, in der die Kollektoren als Heizstrahler fungieren, die Wärme aus dem Pufferspeicher abstrahlen. Die Schwerkraftbremse stoppt diese Zirkulation, funktioniert aber bei zu vielen Luftblasen im Flüssigkeitskreislauf nicht mehr zuverlässig, weshalb eine regelmäßige Entlüftung der Solaranlage erforderlich ist.

Wie kommen die Blasen in den Solarkreislauf?

Zunächst ist es unvermeidlich, dass beim Befüllen der Solaranlage auch Luft in den Kreislauf gerät. Die Menge kann deutlich reduziert werden, wenn die Anlage unter Druck befüllt wird. Durch den Überdruck werden Luftblasen schon im Vorratsbehälter vermieden. Aber auch im laufenden Betrieb der Solarthermieanlage entstehen Blasen infolge der Alterung der Solarflüssigkeit, die durch hohe Temperaturen beschleunigt wird.

Besonders kritisch sind diesbezüglich Phasen der thermischen Stagnation, während derer die Wärme nicht mehr aus den Kollektoren abgeführt werden kann. Von diesem Problem sind primär Solarthermieanlagen mit Heizunterstützung betroffen, weil diese großzügiger dimensioniert sein müssen als reine Warmwasseranlagen. Deswegen ist der Überschuss an Wärme im Hochsommer besonders groß.

Letzte Aktualisierung: 08.03.2026