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Solarthermie in Mehrfamilienhäusern

  • Wie wird Solarthermie im Mehrfamilienhaus ausgelegt? Da sich das Nutzungsprofil bei vielen Bewohnern glättet, muss die Kollektorfläche nicht proportional zur Personenzahl wachsen. Für die reine Warmwasserbereitung rechnet man mit ca. 0,5 m² Kollektorfläche pro Bewohner; soll die Solarenergie auch die Heizung unterstützen, steigt der Bedarf auf knapp 2 m² pro Person.
  • Welche technischen Besonderheiten gibt es? In Mehrfamilienhäusern spielt der Legionellenschutz eine zentrale Rolle. Statt großer Warmwasserspeicher kommen oft Frischwasserstationen zum Einsatz. Diese erwärmen das Trinkwasser erst im Moment der Entnahme über einen Wärmetauscher mit Hilfe der im Pufferspeicher gelagerten Solarenergie, was hygienisch sicher und hocheffizient ist.
  • Wie hoch ist das Einsparpotenzial für Mieter? Eine Solarthermieanlage kann die Energiekosten für Warmwasser und Heizung um 30 bis 50 Prozent senken. Die gewonnene Solarenergie reduziert direkt die Nebenkosten der Mieter, was die Attraktivität der Immobilie steigert und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz im urbanen Raum leistet.
  • Ist die Anlage für Vermieter wirtschaftlich? Für Vermieter rechnet sich die Investition meist über die Modernisierungsumlage auf die Kaltmiete. Da die Solarthermieanlage unter dem Strich mehr Kosten einspart, als sie verursacht, profitiert auch der Eigentümer langfristig von einer Wertsteigerung des Gebäudes und einer modernen, unabhängigen Energieversorgung durch Solarenergie.
  • Warum ist die Planung durch Spezialisten wichtig? Die Wirtschaftlichkeit im Mehrfamilienhaus hängt stark von der korrekten Dimensionierung und der rechtlich sicheren Umlagefähigkeit der Kosten ab. Fachplaner müssen das System exakt auf die Bewohnerstruktur abstimmen, damit die Solarenergie optimal genutzt wird und sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele erreicht werden.

Komponenten & Auslegung

Gegenüber herkömmlichen Solarthermieanlagen steigt die erforderliche Kollektorfläche und das benötigte Speichervolumen nicht proportional zur Anzahl der Hausbewohner, da sich das Nutzungsprofil bei einer großen Anzahl von Personen glättet. Nicht in allen Wohnungen wird beispielsweise gleichzeitig geduscht. Für die Warmwasserbereitung wird in Mehrfamilienhäusern ein Bedarf von rund einem halben Quadratmeter Kollektorfläche pro Hausbewohner angenommen, für die Heizunterstützung ein Bedarf von knapp zwei Quadratmetern.

Für ein Haus mit 20 Bewohnern wird also eine Kollektorfläche von rund 50 Quadratmetern benötigt. Ohne Heizunterstützung fällt der Bedarf erheblich geringer aus. Für das Volumen des Pufferspeichers sind 50 Liter pro Person ein gängiger Schätzwert. Ein wesentlicher Unterschied zum Einfamilienhaus besteht darin, dass bei der Trinkwasserversorgung ein spezieller Legionellenschutz erforderlich ist. Daher ist die Versorgung aus einem großen Warmwasserspeicher nicht möglich. Es bietet sich die Verwendung von Frischwasserdepots an, deren Wasser erst bei Entnahme über einen Wärmetauscher durch den Pufferspeicher erwärmt wird.

Hervorragender Service von der Kontaktaufnahme, über Planung, Installation der Solaranlage, inklusive Anschluss der Anlage.
von Karl P. aus München

Kosten und Rentabilität

Eine Rentabilitätsberechnung kann seriös nur im Einzelfall durchgeführt werden. Das liegt primär daran, dass es hier – im Gegensatz zum Eigenheim – nicht genügt, einfach die eingesparten Energiekosten zu berechnen. Entscheidend ist, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang diese Kosten auf die Mieter umgelegt werden können. Ratgeber der Branche machen es sich einfach und gehen davon aus, dass die Kosten über die Modernisierungsumlage auf die Kaltmiete umgelegt werden können.

Ganz abgesehen von der Frage, ob die erhöhte Kaltmiete am Markt durchsetzbar ist, kann das auch rechtlich schwierig sein. Im Streitfall sind die wirtschaftliche Verwendung der Mittel und die Einsparungen für den Mieter nachzuweisen.

Ein Fazit

Fest steht, dass unter dem Strich eine Solarthermieanlage auch im Mehrfamilienhaus mehr Kosten einsparen kann, als sie verursacht. Die Auswahl des optimalen Systems und die Klärung der Umlagefähigkeit der Kosten kann nur im Einzelfall von Spezialisten durchgeführt werden. Noch sind Solarthermieanlagen auf Mehrfamilienhäusern wenig verbreitet.

Letzte Aktualisierung: 08.03.2026