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Solarthermie-Heizung

  • Was ist eine Solarthermie-Heizung? Eine Solarthermie-Heizung nutzt Sonnenkollektoren, um Wasser für den Haushalt zu erwärmen und gleichzeitig das Heizungssystem aktiv zu unterstützen. Durch die Einbindung dieser Solarenergie in den Heizkreislauf wird der konventionelle Heizkessel massiv entlastet, was den Brennstoffverbrauch sowie die jährlichen CO2-Emissionen des gesamten Gebäudes nachhaltig und messbar reduziert.
  • Wie funktioniert die Heizungsunterstützung? Die Solarthermieanlage leitet die gewonnene Wärme in einen Kombispeicher, der sowohl das Trinkwasser als auch das Heizungswasser erwärmt. Diese gespeicherte Solarenergie wird bei Bedarf direkt in die Heizkörper oder die Fußbodenheizung eingespeist, wodurch die primäre Heizquelle oft über mehrere Monate im Jahr vollständig ausgeschaltet bleiben kann.
  • Wie viel Heizkosten spart man? Mit einer Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung lassen sich im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Prozent der gesamten jährlichen Heizkosten einsparen. In energetisch sanierten Gebäuden mit Flächenheizungen kann der Anteil der genutzten Solarenergie sogar noch höher ausfallen, da diese Systeme besonders effizient mit den niedrigen Vorlauftemperaturen der Solartechnik arbeiten.
  • Welche Kollektoren sind am besten? Für die Heizungsunterstützung werden meist leistungsstarke Vakuumröhrenkollektoren empfohlen, da diese auch in der kühleren Übergangszeit hohe Erträge liefern. Diese spezielle Solarthermie-Technik nutzt die Solarenergie selbst bei geringer Sonneneinstrahlung effektiv aus, um die für den Heizbetrieb notwendigen Temperaturen im Pufferspeicher schnell und zuverlässig zu erreichen.
  • Ist eine Nachrüstung immer möglich? Ja, eine Solarthermieanlage kann in fast jedes bestehende Heizsystem integriert werden, sofern ausreichend Platz für einen größeren Pufferspeicher vorhanden ist. Die Kombination von Solarenergie mit Gas-, Öl- oder Pelletheizungen ist technisch ausgereift und stellt eine der wirtschaftlichsten Methoden dar, um die eigene Heizungsanlage ökologisch zu modernisieren.

Kopplung an die Heizanlage

Grundsätzlich sind verschiedene Arten der Kopplung möglich. Entscheidend ist lediglich, dass das Wasser im Heizkessel erwärmt wird und die Heizung so den verminderten Energiebedarf registriert. Naheliegend ist zu diesem Zweck die Verwendung eines sogenannten bivalenten Speichers, der über zwei Wärmetauscher verfügt.

Die Wärmeenergie aus den Solarkollektoren wird über einen der Wärmetauscher an den Speicher übertragen. Die klassische Heizanlage nutzt den zweiten Wärmetauscher, wenn die Energiezufuhr durch die Solaranlage nicht ausreicht. Möglich ist auch, zwei monovalente Speicher zu nutzen. Einer der Speicher wird über die Solarthermieanlage mit Energie versorgt, der andere über die Heizungsanlage. Temperaturunterschiede zwischen beiden Speichern werden durch eine Durchmischung der Speicher ausgeglichen. Das bedeutet, dass der Steuerungsaufwand in dieser Anordnung deutlich höher ist, weswegen dieses Verfahren selten benutzt wird.

Die dritte Möglichkeit besteht darin, die Wärme des Solarkreislaufs an das Heizungswasser zu übertragen, bevor es den Wärmespeicher erreicht. Zu diesem Zweck können externe Wärmetauscher zwischen dem Kreislauf der Solarthermieanlage und der Zuleitung des Wärmespeichers verwendet werden. Dieses Vorgehen folgt derselben Logik wie der Einsatz eines bivalenten Speichers, der Wärmetauscher der Solaranlage wird lediglich vor den Speicher verlagert.

Auslegung und Kosten einer Anlage mit Heizunterstützung

Die kombinierte Heizunterstützung erfordert eine deutlich größere Auslegung der Solarthermieanlage, als bei ausschließlicher Warmwasserbereitung erforderlich wäre. Die Gesamtfläche der Kollektoren sollte ungefähr vier Quadratmeter pro Person betragen. Als Richtwert für die Größe des Warmwasserspeichers können 50 Liter pro Quadratmeter Kollektorfläche plus 50 Liter pro Person gelten. Für die Kollektoren ist ein Preis von etwa 340 Euro pro Quadratmeter typisch.

Ausgehend von einem Bedarf von 16 Quadratmetern für einen Vierpersonenhaushalt belaufen sich die Kosten für die Solarkollektoren also auf etwa 5.500 Euro. Für einen bivalenten Speicher mit einem Fassungsvolumen von 1.000 Litern müssen etwa 1.000 bis 1.500 Euro investiert werden. Für die Montage inklusive der Rohrverlegung fallen typischerweise Kosten von 1.500-2.000 Euro an. Insgesamt bewegen sich die Solarthermie-Kosten daher in einer Größenordnung von etwa 8.000 bis 12.500 Euro.

Komponenten Heizungsunterstützung in €
Solarkollektoren 5.500 - 9.000 
Wärmespeicher 1.000 - 1.500
Sonstige Komponenten & Montage 1.500 - 2.000
Gesamtkosten 8.000 - 12.500

Wichtig: Die angegebenen Solarthermie-Kosten sind als Richtwerte zu verstehen und können im Einzelfall höher oder niedriger ausfallen. 

Nach rund 1 Jahr, ab Vertragsabschluss bis zur PV-Inbetriebnahme, bin ich persönlich sehr zufrieden. Alles toll und professionell installiert. 5⭐️
von Patrick Z. aus Itzehoe

Lohnt sich eine Solarthermie Heizung?

Eine genaue Kalkulation kann nur im Einzelfall durchgeführt werden, weil auch das Nutzungsverhalten der Hausbewohner Einfluss auf die Einsparungen hat.

  • Welcher Anteil der Wohnfläche muss im Winter ständig auf angenehme Temperaturen geheizt werden?
  • Wird im Sommer warm oder kalt geduscht?

Allgemein lässt sich sagen, dass eine Solarthermieanlage mit Heizunterstützung etwa 30 bis 35 Prozent der Energiekosten für die Heizung und die Warmwasserbereitung einspart, abhängig von ihrer Dimensionierung. Ein Blick auf die eigene Heizungsrechnung gibt also Aufschluss über die zu erwartenden Einsparungen.

Langfristig rechnet sich die Solarthermie

Die Lebensdauer einer Solarthermie-Heizung ist hoch, die Einsparungen können daher durchaus für mehr als 20 Jahre einkalkuliert werden. Bei dieser Abschätzung sollten die zukünftig zu erwartenden Steigerungen der Energiepreise nicht vergessen werden. Im Regelfall sollte diese Abschätzung zu dem Ergebnis führen, dass eine Solarthermieanlage zumindest kein Verlustgeschäft ist. Traumrenditen sollten jedoch nicht erwartet werden, bei der Solarthermie steht der ökologische Nutzen im Vordergrund.

Letzte Aktualisierung: 08.03.2026