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Aktuelle Rendite von Photovoltaikanlagen

  • Wie berechnet sich die Photovoltaik-Rendite? Die Rendite einer PV-Anlage ergibt sich aus dem Verhältnis des jährlichen Gewinns zu den Anschaffungskosten. Dabei fließen sowohl die Ersparnisse durch den Eigenverbrauch als auch die Einnahmen aus der Einspeisevergütung in die Kalkulation ein, abzüglich der laufenden Betriebskosten für Wartung und Versicherung.
  • Welche Rendite ist heute realistisch? Moderne Solaranlagen erzielen unter aktuellen Bedingungen oft eine Rendite zwischen fünf und acht Prozent. Dieser Wert übertrifft viele klassische Kapitalanlagen und macht die Photovoltaik zu einer attraktiven Investition, da die Einsparungen beim teuren Netzstrombezug über die Jahrzehnte hinweg eine stabile finanzielle Rückführung garantieren.
  • Warum ist Eigenverbrauch der Renditetreiber? Da die Strompreise der Versorger weit über der Einspeisevergütung liegen, steigert jede selbst genutzte Kilowattstunde die Rendite der Solaranlage massiv. Eine hohe Eigenverbrauchsquote sorgt dafür, dass sich die Photovoltaik-Investition deutlich schneller rentiert, da die Differenz zwischen Erzeugungskosten und Netzstrompreis als direkter Gewinn verbucht werden kann.
  • Wie beeinflusst die Anlagengröße die Rendite? Größere Photovoltaikanlagen bieten oft eine bessere Rendite, da die spezifischen Installationskosten pro Kilowatt-Peak (kWp) mit zunehmender Fläche sinken. Während Fixkosten für Gerüst und Wechselrichter einmalig anfallen, verteilt sich die Investition bei einer größeren Solaranlage auf mehr Module, was die Stromgestehungskosten spürbar reduziert.
  • Welchen Effekt haben Steuervorteile auf die Rendite? Der Wegfall der Mehrwertsteuer (Nullsteuersatz) und die Befreiung von der Einkommensteuer für private Anlagen haben die Rendite von Solaranlagen nachhaltig verbessert. Diese steuerlichen Erleichterungen senken die Nettokosten der Photovoltaik-Installation sofort und sorgen dafür, dass die erwirtschafteten Überschüsse ohne steuerliche Abzüge direkt dem Betreiber zugutekommen.
Tabelle: Rendite-Rechnung 10-kWp-PV-Anlage in vier Varianten
Rechenschritt PV ohne Speicher PV mit Speicher PV + Wärmepumpe + E-Auto PV + Wärmepumpe + E-Auto + Speicher
1. Jahresertrag PV 10.000 kWh 10.000 kWh 10.000 kWh 10.000 kWh
2. Eigenverbrauch 1.500 kWh 3.500 kWh 4.500 kWh 6.500 kWh
3. Einspeisung 8.500 kWh 6.500 kWh 5.500 kWh 3.500 kWh
4. Ersparnis durch Eigenverbrauch 558,00 € 1.302,00 € 1.674,00 € 2.418,00 €
5. Einnahmen aus Einspeisung 661,30 € 505,70 € 427,90 € 272,30 €
6. Brutto-Nutzen pro Jahr 1.219,30 € 1.807,70 € 2.101,90 € 2.690,30 €
7. Laufende Kosten pro Jahr 210,00 € 330,00 € 210,00 € 330,00 €
8. Netto-Nutzen pro Jahr 1.009,30 € 1.477,70 € 1.891,90 € 2.360,30 €
9. Investition 14.000,00 € 22.000,00 € 14.000,00 € 22.000,00 €
10. Statische Rendite p. a. 7,20% 6,70% 13,50% 10,70%
11. Einfache Amortisationszeit 13,9 Jahre 14,9 Jahre 7,4 Jahre 9,3 Jahre
Wir haben deutlich gemerkt, ihr habt mit eurer Solar-Firma die Leidenschaft zum Beruf gemacht. Toller Service, vielen Dank !
von Dorea A. aus Marxzell

Je größer, desto besser?

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt eine einfache Strategie. Ideal sei es, möglichst die gesamte verfügbare Dachfläche für Module zu nutzen und dabei gegebenenfalls auch zu ignorieren, ob dadurch die Grenze von zehn Kilowatt überschritten wird. Auf diese Weise seien Renditen von fünf Prozent oder mehr zu erzielen. Diese Einschätzung ist insofern bemerkenswert, als das Überschreiten der Zehn-Kilowatt-Grenze mit zwei erheblichen Nachteilen verbunden ist.

Die Einspeisevergütung ist für größere Anlagen niedriger. Auch die Verbraucherzentrale NRW hält es daher für nicht sinnvoll, diese Grenze nur knapp zu überschreiten. Wenn das Dach aber genügend Platz für mehr als zwölf Kilowatt biete, solle dieser auch genutzt werden.

Sinkende Modulpreise ändern die Einschätzung

Es scheint, als sei die Kurzstudie der Verbraucherzentrale NRW die erste Studie, die auch für das private Eigenheim zu dem Ergebnis kommt, dass mit der Größe der Anlage automatisch auch die Rendite steigt. Der Grund für diese Abweichung von älteren Untersuchungen liegt in der Preisentwicklung des letzten Jahres. Die Modulpreise sind erheblich stärker gesunken als der komplette Anschaffungspreis einer Photovoltaikanlage. Das hat zur Folge, dass die Grenzkosten für jedes weitere Kilowatt Leistung deutlich gesunken sind. Aktuell belaufen sich die durchschnittlichen Investitionskosten einer Photovoltaikanlage auf etwa 1.300 Euro pro Kilowatt.

Aber die Zusatzkosten, wenn beispielsweise statt sieben Kilowatt acht Kilowatt installiert werden, sind deutlich niedriger als 1.300 Euro. Je weniger die Module zu den Gesamtkosten beitragen, desto größer wird der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Kosten pro Kilowatt und den Grenzkosten für das letzte Kilowatt. Daher wird es mit sinkenden Modulpreisen zunehmend rentabler, möglichst viele Module zu installieren.

Rechnet sich ein höherer Eigenverbrauch durch Stromspeicher?

Selbstverständlich ist der Eigenverbrauch lukrativer als die Einspeisung von Solarstrom. Für jede eingespeiste Kilowattstunde erhält der Anlagenbetreiber lediglich die Einspeisevergütung, die aktuell nur noch wenig mehr als 11 Cent beträgt. Die Ersparnis durch jede selbst verbrauchte Kilowattstunde beträgt hingegen nahezu 30 Cent, abhängig vom individuellen Strompreis. Reicht die Differenz aus, um die Investition in einen Stromspeicher zu rechtfertigen? Aktuelle Analysen kommen zu dem Ergebnis, dass Stromspeicher nicht rentabel sind.

Die Stiftung Warentest und auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme kommen zu ähnlichen Ergebnissen: Zwar rechnet sich auch eine Photovoltaikanlage mit Speicher, aber ohne Stromspeicher sind höhere Renditen erzielbar. Kritisch wird insbesondere die Lebensdauer der Speicher eingeschätzt. Wenngleich moderner Lithium-Ionen-Speicher eine Lebensdauer von deutlich über zehn Jahren aufweisen, ist während der typischen Betriebsdauer einer Photovoltaikanlage dennoch ein Austausch des Speichers erforderlich. Dadurch wird die Rendite der Anlage erheblich geschmälert.

Fördermöglichkeiten für Speicher prüfen

Stromspeicher eignen sich hervorragend, um das Einspeiseprofil einer Photovoltaikanlage zu glätten. Die Integration der Photovoltaikanlagen in das Stromnetz wird dadurch erheblich einfacher. Deswegen existieren zahlreiche Förderprogramme für Stromspeicher. Neben einem Förderprogramm des Bundes haben einige Länder eigene Programme aufgelegt. Auch einige regionale Energieunternehmen bieten Komplettsysteme mit Speicher zu vergünstigten Konditionen an. Wo solche regionalen zusätzlichen Fördermöglichkeiten bestehen, kann die Einschätzung der Rentabilität selbstverständlich positiver ausfallen.

Auch der Standort ist wichtig

Der Standort der Solaranlage hat erheblichen Einfluss auf die Rendite. An guten Standorten ist ein jährlicher Ertrag von deutlich über 1.000 Kilowattstunden pro Kilowatt möglich, an besonders schlecht geeigneten Standorten weniger als 900 Kilowattstunden. Grob gesprochen sind südliche Standorte besser als solche in nördlichen Landesteilen, wie aus der Einstrahlungskarte des Deutschen Wetterdienstes deutlich wird. Erheblich geringer ist der Einfluss der Dachneigung und der Ausrichtung des Dachs. Optimal sind eine südliche Ausrichtung und eine Neigung von rund 30 Grad. Aber selbst größere Abweichungen hiervon führen nur zu moderaten Ertragseinbußen, solange das Dach eher nach Süden als nach Norden weist.

Wärmepumpen, Ladesäulen und Co

Der Eigenverbrauch steigt deutlich, wenn große Stromverbraucher den erzeugten Strom in den Mittagsstunden direkt verbrauchen. Als Beispiel für den normalen Haushalt wird gerne die Waschmaschine genannt - vermutlich auch deswegen, weil es gar nicht leicht ist, in der Standardausstattung eines Privathaushalts ein zweites Beispiel zu finden.

Wärmepumpen gehören sicher nicht zur Standardausstattung eines privaten Haushalts, sind aber in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage noch eher eine Überlegung wert, als sie es ohnehin schon sind. Mit Blick auf die Gesamtenergiekosten eines Haushalts (Strom + Heizung) ist die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe nahezu unschlagbar. Ähnliches gilt auch für Ladesäulen für Elektroautos, sofern ein Elektroauto vorhanden ist und tagsüber aufgetankt werden kann.

Fazit: Photovoltaik rechnet sich

Die Rendite einer Photovoltaikanlage wird stark durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms beeinflusst. Eine 10-kWp-PV-Anlage ohne zusätzliche Verbraucher erzielt bereits eine solide Rendite, da ein Teil des Solarstroms direkt im Haushalt genutzt werden kann und dadurch teurer Netzstrom ersetzt wird. Wird ein Stromspeicher ergänzt, steigt der Eigenverbrauch zwar deutlich, allerdings erhöhen sich gleichzeitig die Investitionskosten, sodass die Rendite des Gesamtsystems meist etwas niedriger ausfällt.

Besonders deutlich wird der wirtschaftliche Vorteil, wenn zusätzlich stromintensive Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto vorhanden sind. In diesem Fall kann ein deutlich größerer Anteil des selbst erzeugten Stroms direkt im Haushalt genutzt werden. Da jede selbst verbrauchte Kilowattstunde den teuren Netzstrom ersetzt, steigt der finanzielle Nutzen der Anlage deutlich. In der Beispielrechnung führt diese Konstellation sogar zur höchsten Rendite der PV-Anlage, weil der Eigenverbrauch stark ansteigt und gleichzeitig keine zusätzlichen Speicherkosten anfallen.

Die Kombination aus PV-Anlage, Wärmepumpe und Elektroauto kann daher energetisch und wirtschaftlich besonders sinnvoll sein. Ein Stromspeicher kann zusätzlich dazu beitragen, den Eigenverbrauch weiter zu erhöhen und die Unabhängigkeit vom Stromnetz zu steigern. Aus rein wirtschaftlicher Sicht ist ein Speicher jedoch häufig erst dann besonders attraktiv, wenn die Speicherpreise weiter sinken oder der Eigenverbrauch ohne Speicher nicht ausreichend hoch ist.

Insgesamt zeigt die Analyse, dass Photovoltaik heute vor allem dann besonders renditestark ist, wenn der erzeugte Strom möglichst direkt im eigenen Haushalt genutzt wird. Systeme, die Strom für Heizung, Mobilität und Haushaltsverbrauch gleichzeitig bereitstellen, können daher einen wichtigen Beitrag zu niedrigeren Energiekosten und zu einer nachhaltigeren Energieversorgung leisten.

Letzte Aktualisierung: 09.03.2026