Menü

Marktprämie

  • Was ist die Marktprämie bei Photovoltaik? Die Marktprämie ist eine staatliche Förderung, die den Differenzbetrag zwischen dem Marktwert des Solarstroms an der Börse und der gesetzlichen Einspeisevergütung ausgleicht. Dieses Modell der Solaranlage Wirtschaftlichkeit soll Betreiber dazu motivieren, ihren erzeugten Photovoltaik-Strom aktiv direkt zu vermarkten, um die Netzstabilität zu fördern.
  • Wer hat Anspruch auf die Marktprämie? Anspruch auf die Marktprämie haben Betreiber, die sich für die Direktvermarktung ihres Solarstroms entscheiden, statt die feste Einspeisevergütung zu wählen. Für größere Photovoltaikanlagen ab 100 kWp ist dieser Weg gesetzlich verpflichtend, während Besitzer einer kleineren Solaranlage diese Option freiwillig wählen können, um höhere Erlöse zu erzielen.
  • Wie berechnet sich die Marktprämie genau? Die Höhe der Marktprämie ergibt sich aus der Differenz zwischen dem anzulegenden Wert laut EEG und dem monatlich berechneten Durchschnittspreis an der Strombörse. So wird sichergestellt, dass die Solaranlage auch bei schwankenden Marktpreisen eine stabile Rendite abwirft und die Investition in Photovoltaik-Technik langfristig finanziell attraktiv bleibt.
  • Was ist der Vorteil der Marktprämie? Der größte Vorteil liegt in der Chance auf Mehrerlöse, wenn der Solarstrom zu Zeiten hoher Nachfrage und entsprechender Börsenpreise eingespeist wird. Da die Marktprämie der Solaranlage das Preisrisiko nach unten absichert, profitieren Photovoltaik-Betreiber von Marktschwankungen, ohne die grundlegende finanzielle Sicherheit ihrer Refinanzierung über die Laufzeit zu gefährden.
  • Ist die Marktprämie für Kleinanlagen sinnvoll? Für private Kleinstanlagen ist die Marktprämie meist weniger sinnvoll, da die Kosten für die notwendige Messtechnik und den Direktvermarkter die Mehrerlöse oft übersteigen. In diesen Fällen bleibt die klassische Einspeisevergütung der Solaranlage die wirtschaftlichere Wahl, da der administrative Aufwand für die Photovoltaik-Anlage deutlich geringer ausfällt.

Das grundlegende Prinzip des Marktprämienmodells

Wer seinen Strom über die Einspeisevergütung vergütet bekommt, hat wenig Anreiz, sich marktkonform zu verhalten. Er erhält eine fixe Vergütung für jede Kilowattstunde, unabhängig davon, wie hoch die Nachfrage nach Strom aktuell ist. Das Marktprämienmodell verfolgt das Ziel, Photovoltaikanlagen in den Strommarkt zu integrieren und somit ein marktwirtschaftliches Verhalten zu fördern. Im Zentrum dieses Modells steht die Marktprämie. Diese wird Anlagenbetreibern gezahlt, die ihren Strom selbst vermarkten. Sie errechnet sich aus der Differenz des tatsächlichen Strompreises an der Strombörse und der Höhe der Einspeisevergütung für die jeweilige Photovoltaikanlage.

Wer seinen Strom also exakt zum Durchschnittspreis an der Strombörse veräußert, erhält genau dieselbe Vergütung, die er auch über die Einspeisevergütung erhielte. In diesem Fall gilt die einfache Gleichung Verkaufserlös + Marktprämie = Einspeisevergütung. Mehr als die Einspeisevergütung kann erlöst werden, wenn der Strom zu überdurchschnittlichen Preisen verkauft wird. Das Marktprämienmodell geht davon aus, dass überdurchschnittliche Preise dann erzielt werden, wenn einer hohen Nachfrage ein niedriges Angebot gegenübersteht. Indirekt werden Anlagenbesitzer also motiviert, ihren Strom marktgerecht anzubieten.

Direktvermarktung von Solarstrom

Bisher konnte der typische private Anlagenbesitzer in der Tat wenig tun, um den Verkaufspreis seines Stroms zu beeinflussen. Wer aber einen hohen Eigenverbrauch hat und notfalls kurzfristig auf seinen Strom verzichten kann, kann ihn am Regelenergiemarkt anbieten. Hier werden Flexibilitätsreserven gehandelt, mit denen kurzfristige Schwankungen ausgeglichen werden. Benötigt werden sie in der Praxis selten, aber schon das Bereithalten der Kapazität wird vergütet.

Da es sich um sehr kurzfristige Reserven handelt, können auch Photovoltaikanlagen zeitweise diese Funktion übernehmen. Für wenige Minuten ist die Stromerzeugung sehr genau vorhersagbar. Stromspeicher erhöhen auch die Flexibilität normaler Privathaushalte, denen dieser Weg damit ebenfalls grundsätzlich offen steht. Dabei geht es nicht darum, Strom aus dem Speicher ins öffentliche Netz einzuspeisen. Möglich ist aber, kurzfristig auf das Speichern von Strom zu verzichten und die Einspeisung ins Netz auf diese Weise hochzufahren.

Schließlich besteht für Privatkunden auch noch die Möglichkeit, die Dienste spezialisierter Stromhändler in Anspruch zu nehmen, die sich auf die Vermarktung von Strom aus Privatanlagen spezialisiert haben. Diese Anbieter garantieren üblicherweise, dass der Kunde mit der Direktvermarktung niemals weniger erlöst, als er über die Einspeisevergütung eingenommen hätte.

Sehr kompetent - alle unsere Fragen wurden geduldig und verständlich beantwortet, so das wir uns für euch als Solar-Firma entschieden haben.
von Andri D. aus Mühlburg

Die Marktprämie ist ihrer Zeit voraus

In gewissem Sinne ist die Marktprämie ihrer Zeit voraus. Sie soll Anlagenbesitzer zu einer marktkonformen Steuerung der Stromproduktion animieren, obwohl die technischen Möglichkeiten dazu sehr limitiert sind. Neue Techniken – als Stichworte seien Stromspeicher und Smart Grids genannt – können das zukünftig ändern.

Letzte Aktualisierung: 09.03.2026