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Um die Besonderheit zu verstehen, hilft ein Blick auf die atomare Ebene. Im Gegensatz zu monokristallinen Zellen, bei denen die Siliziumatome in einem streng geordneten Gitter vorliegen, ist die Struktur hier „amorph“ – also gestaltlos oder ungeordnet.
Die Unordnung der Atome sorgt dafür, dass amorphes Silizium (a-Si) Licht wesentlich stärker absorbiert als kristallines Silizium. Das bedeutet: Man benötigt deutlich weniger Material, um die gleiche Menge Photonen einzufangen. Diese hohe Absorptionsfähigkeit erlaubt es, die aktive Schicht extrem dünn zu halten.
Die Produktion erfolgt über die sogenannte Gasphasenabscheidung (Vapor Deposition). Hierbei wird Silan-Gas zersetzt und das Silizium direkt auf das Trägermaterial aufgedampft. Da kein energieintensives Ziehen von Kristallen und anschließendes Sägen von Wafern nötig ist, liegt der Energieaufwand bei der Herstellung (Energy Payback Time) deutlich niedriger als bei herkömmlichen Modulen.
Während ein klassischer Silizium-Wafer etwa 160 bis 180 Mikrometer dick ist, begnügt sich eine amorphe Zelle mit etwa 0,5 bis 1 Mikrometer. Sie ist damit rund 100-mal dünner als ein menschliches Haar. Dies ist die technologische Basis für die enorme Gewichtseinsparung und die Flexibilität der Module.
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SUCHENDie Entscheidung für oder gegen amorphe Module ist heute primär eine Frage des Standorts und der statischen Gegebenheiten.
Amorphe Zellen spielen ihre Trümpfe aus, wenn die Bedingungen suboptimal sind:
Der größte Flaschenhals bleibt der Wirkungsgrad. Er liegt im Marktdurchschnitt bei etwa 7 bis 12 %, während monokristalline Module längst die 22 %-Marke überschritten haben.
Ein weiteres technisches Phänomen ist die anfängliche Degradation durch den Staebler-Wronski-Effekt: In den ersten Betriebsmonaten sinkt die Effizienz der amorphen Zellen durch Lichteinstrahlung um etwa 10 bis 15 %, bevor sie sich auf einem stabilen Niveau einpendelt.
| Parameter | Amorphe Solarzelle (a-Si) | Monokristallines Modul (c-Si) |
|---|---|---|
| Wirkungsgrad | 7% – 12% | 20% – 24% |
| Schichtdicke | ca. 1 µm | ca. 160 µm |
| Gewicht | Sehr gering (flexibel möglich) | Hoch (Glas-Folie/Glas-Glas) |
| Schwachlicht | Exzellent | Gut bis befriedigend |
| Temperaturkoeffizient | Niedrig (vorteilhaft) | Höher (Leistungsverlust bei Hitze) |
Durch die technologische Entwicklung im Bereich der gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV) haben amorphe Zellen ihr Nischen-Dasein verlassen.
Bei der Kalkulation ist Vorsicht geboten. Der Preis pro Watt-Peak (Wp) ist bei amorphen Modulen oft niedriger, doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Die aktuell spannendste Entwicklung ist die Tandem-Solarzelle. Hier wird amorphes Silizium nicht mehr allein eingesetzt, sondern mit anderen Materialien wie Perowskit kombiniert.
In dieser Schichtung nutzt das amorphe Silizium einen Teil des Lichtspektrums, während die Perowskit-Schicht den hochenenergetischen blauen Anteil effizient umwandelt. Solche Tandem-Konstruktionen erreichen bereits im Labor Wirkungsgrade von über 30 % und könnten die Photovoltaik-Landschaft in den nächsten Jahren revolutionieren.
Letzte Aktualisierung: 24.03.2026