Menü

Solarflüssigkeit

  • Was ist Solarflüssigkeit eigentlich? Solarflüssigkeit ist das Wärmeträgermedium einer Solarthermie-Anlage, das die gewonnene Energie von den Kollektoren zum Speicher transportiert. Meist besteht sie aus einem Wasser-Glykol-Gemisch, welches hocheffizient Wärme speichert, Frostschäden im Winter sicher verhindert und gleichzeitig einen wichtigen Korrosionsschutz für das gesamte Rohrsystem der Anlage bietet.
  • Wie oft Solarflüssigkeit wechseln? Ein Austausch der Solarflüssigkeit ist üblicherweise alle fünf bis sieben Jahre erforderlich, da das enthaltene Glykol einem natürlichen Alterungsprozess unterliegt. Eine regelmäßige Kontrolle des pH-Wertes und eine Sichtprüfung auf Trübungen stellen sicher, dass die Solarthermie-Anlage dauerhaft mit maximaler Leistung arbeitet und keine Verstopfungen in den Leitungen entstehen.
  • Warum ist Glykol beigemischt? Glykol fungiert als Frostschutzmittel und verhindert, dass die Solarflüssigkeit bei Minustemperaturen im Außenbereich gefriert und die Kollektorröhren beschädigt. Ein Glykolanteil von etwa 50 Prozent reicht für deutsche Klimaverhältnisse völlig aus, um die Betriebssicherheit der Solarthermie zu garantieren, während spezielle Inhibitoren zusätzlich die metallischen Komponenten vor innerer Korrosion schützen.
  • Wie erkennt man verbrauchte Flüssigkeit? Verbrauchte Solarflüssigkeit verliert ihre klare Farbe, wird trüb oder nimmt einen stechenden Geruch an, was auf eine chemische Zersetzung des Glykols hindeutet. Im Rahmen der jährlichen Wartung sollte zudem der Frostschutzgehalt geprüft werden. Eine rechtzeitige Erneuerung vermeidet teure Schäden an der Solarpumpe und erhält den hohen Wirkungsgrad der Wärmeübertragung.
  • Wie entsorgt man Solarflüssigkeit? Solarflüssigkeit darf niemals über die Kanalisation entsorgt werden, da sie als Sondermüll eingestuft wird und die Umwelt belasten kann. Fachbetriebe fangen die alte Flüssigkeit bei einem Austausch professionell auf und führen sie einer fachgerechten Entsorgung zu. Dies gewährleistet einen ökologisch einwandfreien Betrieb der Solarthermie und schützt das Grundwasser nachhaltig.

Glykolgemische haben sich in der Praxis bewährt

Reines Wasser wäre hervorragend als Solarflüssigkeit geeignet, wenn es im Winter nicht im Kollektor einfrieren würde. In der Praxis haben sich Gemische aus Wasser und Glykol als Solarflüssigkeit bewährt. Zum Einsatz kommt meist Propylenglykol. Je nach Anteil des Glykols ist die Flüssigkeit bis zu Temperaturen von -50 Grad frostsicher. Gänzlich unbeschadet übersteht die Solarflüssigkeit das Verdampfen und die anschließende erneute Kondensation aber nicht, bei diesem Vorgang bleiben geringe Mengen an Reststoffen zurück. Es sollte darauf geachtet werden, keinen unnötig hohen Glykolanteil zu wählen. Für deutsche Wetterverhältnisse ist ein Anteil von 50 Prozent ausreichend. Zu beachten ist dabei, dass die Solarthermieanlage keine dauerhaften Schäden nimmt, wenn die Temperaturen kurzzeitig unter die Frostschutzgrenze sinken. Das Gemisch gefriert nicht wie Wasser zu einem Eisblock, der die Rohre sprengt. Stattdessen bilden sich in der Flüssigkeit Eiskristalle, die in den Rohren beweglich bleiben.

Seit mehr als 6 Monate arbeitet die Anlage nun & produziert mehr strom als der Energieberater mir gerechnet hat. Kann die Firma empfehlen
von Paul Z. aus Freising

Kontrolle & Austausch

Aufgrund des Alterungsprozesses muss die Solarflüssigkeit regelmäßig kontrolliert werden. Etwa alle zwei Jahre sollte eine Messung des pH-Wertes vorgenommen werden. Jährlich kann eine einfache Sichtprüfung durchgeführt werden. Wenn die Flüssigkeit trüb geworden ist, ist ein Austausch erforderlich. Viele Hersteller bieten auch an, entnommene Proben im Labor zu analysieren. Das kann sinnvoll sein, insbesondere wenn neben dem Glykol noch ein Korrosionsschutz beigemischt ist. Typischerweise ist ein Austausch der Solarflüssigkeit in Intervallen von fünf bis sieben Jahren erforderlich.

Solarflüssigkeit entsorgen

Solarflüssigkeit darf auf keinen Fall einfach über die Kanalisation entsorgt werden. Auch aus diesem Grund gehört ein Auffangbehälter zu jeder Solarthermieanlage. Dieser Behälter nimmt die Flüssigkeit auf, die bei hohem Druck im Sommer aus der Anlage entweicht. Diese Flüssigkeit kann anschließend der Solarthermieanlage wieder zugeführt werden. Besondere Anforderungen sind an diesen Behälter nicht zu stellen. Es darf nur nicht vergessen werden, dass die austretende Flüssigkeit sehr heiß ist.

Regelmäßige Kontrolle im Rahmen der Wartung

Überalterte Solarflüssigkeit führt zu Problemen, die im Laufe der Zeit zunehmend erheblicher werden. Im ersten Schritt sinkt die Leistung der Solarthermieanlage, anschließend treten Ablagerungen auf, wobei die Rohre und Ventile verstopfen. Schließlich gehen der Frost- und der Korrosionsschutz verloren, was zu schweren Schäden führen kann. Daher ist die Kontrolle der Solarflüssigkeit ein unverzichtbarer Bestandteil der regelmäßigen Solarthermie Wartung.

Letzte Aktualisierung: 08.03.2026