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Zweirichtungszähler

  • Was ist ein Zweirichtungszähler? Ein Zweirichtungszähler ist ein spezielles Messgerät für die Solaranlage, das sowohl den aus dem Netz bezogenen Strom als auch den eingespeisten Solarstrom der Photovoltaikanlage erfasst. Er vereint damit zwei Zählwerke in einem Gehäuse, was Platz im Zählerschrank spart und die gesamte Energiebilanz Ihres Haushalts transparent dokumentiert.
  • Warum ist ein phasensaldierender Zähler wichtig? In Deutschland ist bei einer Solaranlage ein phasensaldierender Zweirichtungszähler entscheidend, da er die Ströme aller drei Phasen miteinander verrechnet. So wird sichergestellt, dass die Photovoltaikanlage den Eigenverbrauch korrekt abdeckt, auch wenn der Solarstrom auf einer anderen Phase produziert wird als der Strom, den ein Haushaltsgerät gerade verbraucht.
  • Wie wird der Eigenverbrauch ermittelt? Der Eigenverbrauch lässt sich nicht direkt am Zweirichtungszähler ablesen, sondern wird als Differenz zwischen der Gesamtproduktion der Solaranlage und der eingespeisten Menge berechnet. Die Photovoltaikanlage benötigt dafür zusätzlich einen Erzeugungszähler oder ein Smart Meter, um den Anteil des selbst genutzten Solarstroms präzise für die Wirtschaftlichkeitsrechnung zu bestimmen.
  • Was kostet der Zweirichtungszähler? Für den Zweirichtungszähler der Solaranlage fällt in der Regel eine jährliche Mietgebühr (Messstellenbetrieb) an den Netzbetreiber an, die meist zwischen 20 und 100 Euro liegt. Im Gegensatz zu alten analogen Zählern ist der Selbstkauf bei modernen digitalen Messsystemen für die Photovoltaikanlage kaum noch üblich, da der Messstellenbetreiber für Wartung und Eichung verantwortlich ist.
  • Ist der Einbau bei jeder Photovoltaikanlage Pflicht? Ja, für den Betrieb einer netzgekoppelten Solaranlage mit Einspeisevergütung ist ein Zweirichtungszähler zwingend erforderlich. Sobald die Photovoltaikanlage angemeldet wird, veranlasst der Netzbetreiber den Austausch des alten Zählers gegen ein modernes Messgerät, um die gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Bezugs- und Einspeisemengen rechtssicher zu gewährleisten.

Einspeisung, Eigenverbrauch und Strombezug

Der Zweirichtungszähler muss sowohl Auskunft über den vom Stromanbieter bezogenen Strom, den eingespeisten Strom als auch den selbst verbrauchten Strom geben. Der Photovoltaik-Eigenverbrauch wird dabei als Differenz aus dem insgesamt erzeugten Strom und dem eingespeisten Strom berechnet. Anders als in einigen anderen Ländern ist ein sogenanntes „Net Metering“ in Deutschland nicht üblich. Das würde bedeuten, dass der Zähler sowohl vorwärts als auch rückwärts läuft, eingespeister Strom also mit zuvor bezogenem Strom verrechnet wird. Im Praxiseinsatz sind sogenannte saldierende Zweirichtungszähler vorzuziehen. Diese summieren den Strom auf allen drei Phasen zu jedem Zeitpunkt auf.

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von Heike R. aus Bonn

Einzuhaltende Vorschriften

Die technischen Minimalanforderungen für den Anschluss der Photovoltaikanlage an das Stromnetz sind in den TAB 2007 festgelegt, TAB steht für „Technische Anschlussbestimmungen“. Diese sind nicht bundesweit einheitlich, jeder Verteilungsnetzbetreiber verfügt über eigene Anschlussbedingungen. Einheitlich geregelt ist jedoch, dass bei der Verwendung getrennter Verbrauchs- und Einspeisezähler beide im zentralen Zählerschrank untergebracht werden müssen. Lediglich der dritte Zähler, der die Stromerzeugung der PV-Anlage misst, kann direkt beim Wechselrichter installiert werden. Diese Regelung gilt nicht beim Einsatz eines Zweirichtungszählers.

Einsatz

Wenig spricht gegen Zweirichtungszähler, sofern es sich um phasensaldierende Zähler handelt. Das gilt insbesondere dann, wenn der vorhandene Zählerschrank für zwei getrennte Zähler nicht genug Platz bietet. Nachteilig kann im Einzelfall sein, dass der Zweirichtungszähler gemietet werden muss, der Selbstkauf kommt als Alternative nur bei getrennten Zählern infrage. Ein Wechsel des Anbieters ist somit auch mit einem Austausch des Zweirichtungszählers verbunden.

Letzte Aktualisierung: 08.03.2026