Neue Erfindung: Solarmodule statt Asphalt

Es klingt ein wenig utopisch: Das amerikanische Unternehmen Solar Roadways hat Solarmodule entwickelt, die herkömmlichen Straßenbelag ersetzen sollen. Die Straßen selbst werden so nach den Vorstellungen der Entwickler dieser ungewöhnlichen Idee zu gigantischen Freiflächenanlagen. Mehr noch: Die Photovoltaik Module sollen nicht nur Strom erzeugen, sondern auch als Netz zur Stromdurchleitung dienen. Dieser Aspekt ist vermutlich eher für die USA als für europäische Staaten wichtig, wo Stromleitungen noch immer meist überirdisch zu den einzelnen Häusern geführt werden und bei jedem Sturm zu lebensgefährlichen Fallen werden. Diese entlang der Straßen endlich unter die Erde zu verlegen, wäre sicherlich eine gute Idee. Ganz nebenbei sollen die Solarmodule auch noch mit LEDs bestückt werden und so als intelligente Warnschilder und als Fahrbahnmarkierungen fungieren.

Innovative Solarstraße

Bildquelle: Dan Walden

Ein Parkplatz als Pilotprojekt

Mittlerweile konnte Solar Roadways sogar den ersten öffentlichen Auftrag für ein Pilotprojekt vermelden: In Idaho soll der erste Photovoltaik-Parkplatz entstehen, dessen Belag aus Solarmodulen statt aus Asphalt besteht. Die Idee mutet ein wenig kurios an, weil Parkplätze naturgemäß oft voller Autos stehen, was zu erheblichen Verschattungen führen kann. Aber als Härtetest für die Module ist das Parkplatz-Projekt durchaus geeignet, weil die Oberflächen zumindest punktuell über längere Zeit hohen Gewichtsbelastungen ausgesetzt sind. Das Spezialglas dieser Module soll nach Aussagen der Entwickler allen denkbaren auftretenden Belastungen standhalten und dennoch eine sehr gute Lichtdurchlässigkeit aufweisen. Weniger gut lässt sich auf einem Parkplatz allerdings die Rutschfestigkeit des Belags testen, die bei höheren Geschwindigkeiten wichtig wird. Um als Straßenbelag zu taugen, muss die Oberfläche eine Haftung aufweisen, die mindestens der des herkömmlichen Straßenbelags entspricht, damit die Straßen insbesondere bei Nässe nicht zu Rutschbahnen werden. Das soll erreicht werden, indem die Oberfläche prismenförmig geschliffen wird. Auch diese Prismen sollen wahre Alleskönner sein: Sie sollen nicht nur für die erforderliche Reibung sorgen, sondern zugleich auch das Sonnenlicht in Richtung der Solarmodule brechen. Und schließlich sollen sie unter Druck auch noch leuchten und so die herkömmliche Straßenbeleuchtung überflüssig machen.

Eine Zukunftsvision

Positiv kann es so formuliert werden: Nichts von alledem ist unmöglich. Für alles, was die Initiatoren dieses ehrgeizigen Projekts vorhaben, existieren bereits heute technische Lösungen. Allerdings wirken die Dimensionen des Vorhabens doch ein wenig abenteuerlich. Nach den Vorstellungen der Entwickler sollen sämtliche Straßen künftig zu Solarstraßen werden, was allein in den USA einer Fläche von etwa 100.000 Quadratkilometern entspricht, also 100 Milliarden Quadratmetern. Wer soll die Module bauen, wer soll sie bezahlen? Wie soll das Problem des Aquaplaning gelöst werden, wenn die Oberfläche bei Starkregen komplett unter Wasser steht? Kaum eine Fläche ist so starken Belastungen ausgesetzt wie die Oberfläche von Straßen.

Kategorie: 
Innovationen

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