Photovoltaik-Hersteller in Deutschland: Umsatzplus im ersten Halbjahr 2014

Die Nachricht kommt nicht überraschend: Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer, die sich auf die Herstellung von Produktionsmitteln für die Photovoltaikbranche spezialisiert haben, melden für das erste Halbjahr 2014 Rekordumsätze. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 legte der Umsatz um 39 Prozent zu. Damit schreitet die Spaltung der Solarbranche weiter voran.

Erfolgreich sind die exportorientierten Unternehmen, die von dem weltweiten Boom der Photovoltaik profitieren können, weil sie auf dem Weltmarkt nicht im Wettbewerb mit Billiganbietern stehen. Weltweit setzen die Modulhersteller nach wie vor auf deutsche Zulieferer, die mehr als die Hälfte des Weltmarkts unter sich aufteilen. Insbesondere die asiatischen Modulfabrikanten konnten dank deutscher Technologie ihre Produktionsprozesse optimieren.

Schlechte Zeiten für deutsche Modulhersteller

Die Schattenseite dieser Entwicklung bekommen die wenigen noch in Deutschland produzierenden Modulhersteller zu spüren. Auf dem Weltmarkt sind sie nicht mehr konkurrenzfähig, während der deutsche und der europäische Markt dramatisch einbrechen. Auch die von der EU festgelegten Mindestpreise und Importobergrenzen für kristalline Module zögern das Sterben dieser Branche nur ein wenig hinaus, weil der Heimatmarkt schneller schrumpft als die Importkontingente. So muss beispielsweise der Hersteller Solon erneut Insolvenz anmelden. Das Unternehmen war bereits 2012 insolvent und wurde damals von Microsol übernommen, einem Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nur zwei Jahre nach dieser Rettung in letzter Sekunde muss die Modulsparte jetzt erneut Insolvenz anmelden.

Zulieferer hängen vom asiatischen Markt ab

Technisch decken die deutschen Maschinenbauer das gesamte Spektrum der Photovoltaikindustrie ab. Sie beliefern sowohl Hersteller kristalliner Module und Produzenten von Dünnschichtmodulen als auch Hersteller von Silizium und Wafern, die ihrerseits als Zulieferer für die Modulhersteller tätig sind. In allen Geschäftsfeldern konnten im ersten Halbjahr 2014 die Umsätze deutlich gesteigert werden. Sorge bereitet dagegen die Konzentration auf den asiatischen Markt, wo mehr als 70 Prozent der Umsätze getätigt werden. Infolge des Handelsstreits zwischen den USA und den Herstellern aus China und Taiwan ist damit zu rechnen, dass diese Investitionen zurückstellen werden. Wirklich kritisch wird diese Entwicklung jedoch nur, wenn die amerikanischen Schutzzölle zu einem Einbruch der weltweiten Produktion führen. Wenn die Rechnung des US-Handelsministeriums aufgeht und die einheimischen Modulhersteller ihre Produktion infolge der gebremsten Importe steigen können, hält sich der Schaden für den deutschen Maschinenbau in Grenzen. Auch auf dem US-Markt sind die Exportaussichten gut. Sicher ist das nicht, aber mit solchen unsicheren Zukunftsaussichten wird die Branche auch in Zukunft leben müssen. Mit einem Exportanteil von 91 Prozent ist die Abhängigkeit von internationalen Entwicklungen naturgemäß sehr hoch. Und es ist nicht zu sehen, woher eine Inlandsnachfrage kommen sollte, die diese Abhängigkeit reduzieren könnte.

Kategorie: 
Energiewende

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