Förderprogramm für Stromspeicher startet im Mai

Stromspeicher FörderungBereits im vergangenen Jahr wurde im Rahmen des Solarkompromisses zwischen dem Bund und den Bundesländern vereinbart, ein Förderprogramm für Stromspeicher aufzulegen. Insbesondere private Haushalte sollen so in die Lage versetzt werden, Strom aus ihren Photovoltaikanlagen zwischenzuspeichern und somit unabhängig vom genauen Zeitpunkt der Stromerzeugung selbst verbrauchen zu können. Das Umweltministerium hat nun bestätigt, dass die Finanzierung des Programms sichergestellt ist und ab Mai Anträge gestellt werden können.

Details des Förderprogramms

Gefördert werden nur Stromspeicher für Photovoltaikanlagen, die nach dem 01. Januar 2013 in Betrieb genommen wurden beziehungsweise werden. Eine solche Begrenzung ergibt durchaus Sinn. Für Anlagen, die vor mehreren Jahren in Betrieb genommen wurden, ist die Einspeisevergütung so hoch, dass sich eine Speicherung des Stroms ohnehin nicht rechnen würde. Für neuere PV-Anlagen, die im Zeitraum vom 01.01.2009 bis zum 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden, erfolgt bereits eine zusätzliche Förderung des Eigenverbrauchs. Hier sollte wohl eine Doppelsubvention vermieden werden. Lediglich bei Anlagen mit einer Inbetriebnahme zwischen dem 01.04.2012 und dem 31.12.2012 ist nicht klar ersichtlich, warum sie aus der Förderung ausgenommen werden. Die Höhe der Förderung ist bei Nachrüstungen auf 660 Euro pro Kilowatt Nennleistung der Photovoltaikanlage beschränkt. Wird der Speicher zusammen mit Anlage installiert, liegt die Obergrenze bei 600 Euro pro Kilowatt Nennleistung. Insbesondere im Fall einer gleichzeitigen Installation von Anlage und Speicher ist die exakte Berechnung des tatsächlichen Förderbetrags ein wenig kompliziert. Ausschlaggebend ist die Preisdifferenz zwischen der Photovoltaikanlage mit und ohne Speicher, die bei Komplettangeboten nicht dem Preis des Speichers entsprechen wird. Von diesen Differenzkosten werden 30 Prozent als Förderung gewährt, maximal jedoch 600 Euro pro Kilowatt Nennleistung.

Ziele des Programms

Das primäre Ziel dieses Förderprogramms besteht darin, Leistungsschwankungen in den Stromnetzen zu reduzieren. Wer die Förderung in Anspruch nimmt, muss im Gegenzug die Einspeiseleistung seiner Photovoltaikanlage auf 60 Prozent der Nennleistung begrenzen. Damit werden die wetterbedingten Schwankungen der eingespeisten Strommenge reduziert, die regionalen Verteilernetze müssen nicht mehr so ausgelegt werden, dass sie an Sommertagen den gesamten erzeugten Strom aufnehmen können.

Großes Interesse an Speicherlösungen

Das Programm verspricht erfolgreich zu werden. Händler und Installateure von Photovoltaikanlagen geben an, dass in etwa zwei Dritteln der Verkaufsgespräche Stromspeicher eine Rolle spielen. Tatsächlich installiert werden indes nur wenige Speicher, weil die Kosten derzeit noch zu hoch sind. Sollten durch das Programm die Produktionszahlen spürbar gesteigert werden, ist mit deutlich sinkenden Kosten zu rechnen. Es handelt sich also um eine klassische Anschubfinanzierung zur Markteinführung neuer Technologien. Wie bei allen solchen Subventionen dürfte der spätere Ausstieg politisch deutlich schwieriger werden als der Einstieg.

Kategorie: 
Förderung

Kommentare

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Die Speicher sind wahrlich noch teuer, führen aber zu einer wesentlich höheren Eigendeckungsrate und eröffnen in Kombination mit einer Stirlingmotorheizung noch eine weiter Nutzungsmöglichkeit. Bei gleichzeitig noch vorhandener ST mit Speicher kann dann die Heizung sowohl Strom- als auch Wärme-geführt betrieben werden und zu einer Volldeckung mit selbsterzeugtem Strom führen. Vermutlich bin ich mit diesen Ideen meiner Zeit mal wieder etwas voraus. jogi

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