Erneuerbare Energien ersetzen immer mehr Atomstrom

Der zweite Jahrestag der Katastrophe von Fukushima wird von unterschiedlichen Seiten genutzt, um eine Bilanz zu ziehen. Deutschland hat als einziges Land 2011 mit einem Atomausstieg auf die Katastrophe in Japan reagiert, ein Teil der Kernreaktoren wurde sehr kurzfristig vom Netz genommen. Regenerative Energien konnten diese vom Netz genommene Leistung kompensieren, allen voran die Solar- und die Windenergie. Die Probleme der wetterbedingt schwankenden Einspeisung sind jedoch nach wie vor zum Teil ungelöst.

Die Menge stimmt

Bildquelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Betrachtet man die erzeugte Strommenge, übertreffen die regenerativen Energien sogar die in sie gesetzten Erwartungen. Die jährlich auf diese Weise erzeugte Strommenge konnte von 2010 bis 2012 um 32 Prozent auf rund 136 Milliarden Kilowattstunden gesteigert werden. Diese Steigerung entspricht in etwa dem Rückgang der Stromerzeugung aus Kernkraftwerken im gleichen Zeitraum. Diese vollständige Kompensation wurde durch die Förderung erneuerbarer Energien über das EEG erreicht, was nicht ohne Folgen für den Strompreis blieb. Dieses Argument mit dem Hinweis auf ebenfalls steigende Preise für fossile Rohstoffe zu relativieren, funktioniert gegenwärtig nicht mehr so einfach in den vergangenen Jahren. Seit die USA konsequent auf Fracking zur Förderung von Erdgas setzen, ist die Nachfrage auf den Weltmarkt gesunken, mit ihr auch die Rohstoffpreise. Der prinzipielle Streit, der jahrelang durch die weitgehende Parallelität der Entwicklung der deutschen Strompreise und der Weltmarktpreise für fossile Brennstoffe zugedeckt wurde, bricht damit wieder auf. Fracking macht die konventionelle Energiegewinnung billiger, aber eben auch noch umweltschädlicher.

Kosten und Preise der Stromgewinnung

Kosten und Preise sollten nicht verwechselt werden. Die mehr als 30 Milliarden Kilowattstunden Strom, die früher von Atomkraftwerken erzeugt wurden und heute durch regenerative Energien erzeugt werden, haben den Strompreis steigen lassen. Ob auch die Kosten der Stromerzeugung gestiegen sind, hängt stark von der Betrachtungsweise ab. Nicht eingepreist sind insbesondere in den Rechnungen des Wirtschaftsministers die Folgekosten, die künftigen Generationen durch die Endlagerung des Atommülls entstehen. Nicht einmal die heute bereits für die Zwischenlagerung des Atommülls tatsächlich anfallenden Kosten sind eingepreist, da diese über das Steuersystem getragen werden und nicht in der Stromrechnung ausgewiesen werden.

Kategorie: 
Energiewende

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