Einspeisevergütung sinkt ab Mai 2013 um 1,8 Prozent

Die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen wird von Mai bis Juli jeweils zu Beginn des Monats um 1,8 Prozent gesenkt. Nach wie vor deuten die Zahlen darauf hin, dass der Zubau 2013 oberhalb des angestrebten Zielkorridors von 2,5 bis 3,5 Gigawatt liegen wird. Sicher ist das hingegen noch nicht, da für die Berechnung jeweils die Daten der letzten neun Monate genutzt werden. Im Zeitraum zwischen Juli 2012 und März 2013 wurden insgesamt fast vier Gigawatt zugebaut, womit der Zielkorridor schon in diesen neun Monaten überschritten wird. Allerdings gehen hier noch die Zahlen aus dem Jahr 2012 mit hohem Gewicht in die Prognose ein, in dem der jährliche Zubau ungefähr 7,5 Gigawatt betrug.

Degression verlangsamt sich

Die monatliche Degression der Einspeisevergütung betrug im Zeitraum November 2012 und Januar 2013 noch 2,5 Prozent, in den folgenden drei Monaten 2,2 Prozent. Die nun festgelegten 1,8 Prozent ab Mai bedeuten also eine erneute Verlangsamung der Degression. Zu beachten ist, dass eine monatliche Degression von einem Prozent auch dann zur Anwendung käme, wenn der Zielkorridor erreicht würde.

Photovoltaik Einspeisevergütung für Mai, Juni & Juli 2013

Inbetriebnahmezeitpunkt Vergütung in Cent pro kWh
bis 10 kWp bis 40 kWp bis 1 MWp bis 10 MWp
ab 01.05.2013 15,63 14,83 13,23 10,82
ab 01.06.2013 15,35 14,56 12,99 10,63
ab 01.07.2013 15,07 14,30 12,75 10,44

Steuerungswirkung bei Großanlagen bestätigt

Im Bereich kleiner Dachanlagen hat die geplante Steuerung des Zubautempos über eine Absenkung der Einspeisevergütung in den letzten Jahren nicht funktioniert. Trotz kontinuierlicher Kürzungen der Förderung verharrte der Zubau auf relativ konstantem Niveau. Das im letzten Jahr beschlossene Aus für die Förderung von Großanlagen ab einer Leistung von zehn Megawatt entfaltet hingegen eine sehr deutliche Wirkung: Auch im ersten Quartal 2013 ist keine mehr in Betrieb genommen worden. Dabei ist allerdings der Unterschied zwischen der Inbetriebnahme und dem Beginn der Stromeinspeisung zu beachten. In der Nähe von Berlin ist kürzlich noch eine Großanlage mit 128 Megawatt ans Netz gegangen, deren Inbetriebnahme im Sinne des EEG jedoch schon vor rund einem halben Jahr erfolgte.

Klarheit für die nächsten Jahre

Zumindest für einen überschaubaren Zeitraum von zwei Jahren dürfte sich an der momentanen Situation einer monatlichen Degression der Einspeisevergütung nichts Grundlegendes ändern. Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl wird sich im Bundesrat keine Mehrheit für weitergehende Kürzungen finden, wie sie Altmaiers „Strompreisbremse“ vorsieht. Röslers Forderung nach einer Begrenzung der Einspeisevergütung auf zehn Cent wird sich bis dahin nahezu von selbst erfüllt haben. Wenn die angestrebte Gesamtleistung von 52 Gigawatt erreicht ist, läuft die Förderung ohnehin aus. Wenn der Wahlkampf vorbei ist, werden vermutlich alle Parteien einsehen, dass bis dahin kein Handlungsbedarf besteht.

Kategorie: 
Förderung

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